Nach Einschätzung von Angela Jain müssen Bürger stärker in Veränderungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden werden. "Das kreative Potenzial der Bürger geht oft unter", betont Jain. Bei rückläufiger Bevölkerungszahl sollten Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger gebündelt werden. Dazu gehört der öffentliche Verkehr, Betreuung von älteren Menschen, Einkaufsmöglichkeiten und ärztliche Versorgung.
Hintergrund der Fachtagung in Stendal war der demografische Wandel. In Stendal und der Altmark ist die Bevölkerungszahl seit Jahren rückläufig. Nach den Prognosen des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt wird dieser Trend anhalten. Die Folgen sind schon heute spürbar. Zahlreiche Schulen mussten in den vergangenen Jahren geschlossen werden. Rund 150 Arztsitze sind landesweit nicht besetzt.
Angela Jain stellte die im Projekt identifizierten "Landstädtischen Lebensmodelle" und die daraus entwickelten Handlungsstrategien vor. Teil der Projektarbeit war das Konzept "Regionalzentrum Stendal". Mitarbeiter von nexus moderierten zwei Zukunftswerkstätten – eine im Rathaus und eine in der Fachhochschule Magdeburg-Stendal. Auftraggeber war das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt.
Neben Standal untersuchte das nexus Team mit lokalen Partnern in sechs weiteren Modellorten die Lebensbedingungen. Stendal beteiligt sich mit dem Motto "Zentraler Ort im ländlichen Raum" an der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010. Eingeladen hatte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Etwa 80 Gäste folgten der Einladung in das Rathaus.
Linktipps:
Projektseite www.prolandleben.de
Stadt Stendal
IBA 2010 - Projektseite Sachsen-Anhalt