20.10.2014 Qualität von Bürgerbeteiligung muss künftig einen noch höheren Stellenwert erhalten. Die Kompetenz des Moderators ist ein Element neben vielen anderen. Mit der Qualität von Planungszelle und Bürgergutachten setzen sich jetzt 25 Autoren im neuen Sammelband 'Die Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren', erschienen im oekom-Verlag, auseinander. Foto: Archiv nexus/Holger Jansen
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Aktuelle Neuerscheinung: Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren

Zu einer erfolgreichen Bürgerbeteiligung gehört nach Einschätzung von Hans-Liudger Dienel auch die Qualitätssicherung. "Beteiligung boomt, doch bei vielen Prozessen fehlt es an Professionalität", stellt Dienel im aktuell erschienenen Buch zur Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren fest. Dienel weiter: "Es gibt keine anerkannte Standards, keine dezidierte Ausbildung und mit dem Netzwerk Bürgerbeteiligung erst seit kurzem eine etablierte Fachgemeinschaft." Die Beteiligungsverfahren Planungszelle und Bürgergutachten dienen im neuen Sammelband als Beispiele, um Beteiligung zu evaluieren und Standards zu sichern. Die Planungszelle ist inzwischen seit über 40 Jahren etabliert.

Entwickelt wurde die Planungszelle von Peter C. Dienel und erstmals im November 1972 in der nordrhein-westfälischen Stadt Schwelm eingesetzt. "Das Modell wurde weltweit in originaler oder abgeleiteter Form über 1000-mal in 15 Ländern eingesetzt", erläutert Autor Antoine Vergne in seinem Beitrag unter dem Titel "Planungszelle – Diffusion einer politischen Innovation". Wichtiges Element einer Planungszelle ist die Zufallsauswahl der Teilnehmer. Zudem erhalten die Gäste eine finanzielle Aufwandsentschädigung.

Der jetzt veröffentlichte Sammelband gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil überlegen die Autoren, wie Qualität von Verfahren gesichert werden kann. Weiterer Punkt ist die Institutionalisierung von informellen Bürgerbeteiligungsverfahren. Der zweite Teil widmet sich den derzeit gültigen Qualitätskriterien für Planungszellen und Bürgergutachten. Im dritten Teil werden deutsche und internationale Praxisbeispiele vorgestellt.

Insgesamt befassen sich 25 Autoren auf 472 Seiten mit zahlreichen Aspekten zur Qualität des Verfahrens Planungszelle und Bürgergutachten. Das Buch entstand im Nachgang zu einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Herausgeber arbeiten im Qualitätsnetz Bürgergutachten zusammen.

Hans-Liudger Dienel, Antoine Vergne, Kerstin Franzl, Raban D. Fuhrmann, Hans J. Lietzmann (Hrsg.): Die Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren. Evaluation und Sicherung von Standards am Beispiel von Planungszellen und Bürgergutachten. ISBN: 978-3-86581-247-6. 472 Seiten, 17 x 24 cm, 34,90 Euro Herausgeber:
Hans-Liudger Dienel, Antoine Vergne, Kerstin Franzl, Raban D. Fuhrmann, Hans J. Lietzmann

Titel:
Die Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren. Evaluation und Sicherung von Standards am Beispiel von Planungszellen und Bürgergutachten. ISBN: 978-3-86581-247-6. 472 Seiten, 17 x 24 cm, 34,90 Euro

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Linktipp:
Zum oekom-Verlag (externer Link) mit Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit

Aktualisierung vom 18.11.2015:
Eine Rezension von Prof. Dr.-Ing. Bettina Oppermann in der Fachzeitschrift "Raumforschung und Raumordnung", Ausgabe 4/2015, können Sie beim Springer-Verlag erwerben (externer Link).