Das Projekt stellt die kulturellen, sozialen und partizipativen Herausforderungen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz für Kommunen ins Rampenlicht. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die sozio-kulturellen Auswirkungen in unterschiedlichen kommunalen Handlungsfeldern zu erforschen und zur Diskussion zu stellen. Dabei werden folgende Fragen erörtert: Wie können Kommunen im Zeitalter der Digitalisierung ein gutes Leben für ihre Bürgerinnen und Bürger gestalten? Welche kommunalen und regionalen Entscheidungen gilt es jetzt zu treffen, um möglichen zukünftigen negativen Auswirkungen der Digitalisierung vorzubeugen?

Der Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Ausgestaltung kommunaler und regionaler Infrastrukturen verspricht häufig positive Effekte wie z.B. eine höhere Effizienz öffentlicher Dienstleistungen, Kosteneinsparungen, bessere Kommunikation zwischen Bürgerschaft und Verwaltung. Betrachtet wird meist die technisch-infrastrukturelle Ebene, Risiken werden nur selten genannt. Auf der kommunalen/ regionalen Steuerungsebene berühren (politische) Entscheidungen die Lebensqualität und den Alltag von Bürgerinnen und Bürgern. Das Gemeinwohl zu wahren ist eine Kernaufgabe von Kommunen sowie regionalen Gebietskörperschaften. Innovationsdruck und Technikglaube erschweren es aber, zentrale Ziele wie Gemeinwohl und Ressourcenschutz im Blick zu behalten. Kommunen haben indes eine entscheidende Rolle im Prozess der Abwägung zwischen marktwirtschaftlichen, individuellen und Gemeinwohlinteressen bzw. den Zielen der Nachhaltigen Entwicklung.

Neben der Koordination des Projekts führt nexus Literaturrecherchen, Interviews und Fokusgruppen durch. Die erarbeiteten Thesen werden mit einem Feedbackgremium diskutiert und weiter entwickelt. Mit Expertinnen und Experten aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird eine partizipative Rückkopplung der Analyseergebnisse und Thesen ermöglicht. Als Ergebnis sollen Praxisinstrumente, wie Good-Practice-Beispiele für konkrete Anwendungsfelder oder Zukunftsszenarien erarbeitet werden.

Projektsteckbrief Digitale Kommune

Auftraggeber: Umweltbundesamt
Laufzeit: 08/2019 – 05/2022
Mitarbeiter*innen: Kerstin Franzl und Dr. Angela Jain (Projektleitung), Dr. Thomas Blanchet, Ina Metzner
Projektpartner: Open Knowledge Foundation e.V.

Foto:  Gerd Altmann / Pixabay